Ausgabe 2 ♦ 2014

Liebe Frau Pulm,

zahlreiche Bibliotheken in Deutschland sind kleinere und ehrenamtlich geführte Institutionen. Wir haben uns mit Andrea Pulm aus der Katholisch öffentlichen Bibliothek in Köln-Niehl über die Vor- und Nachteile einer kleinen Bibliothek gegenüber großen Stadtbibliotheken und die ehrenamtliche Tätigkeit unterhalten.
Außerdem laden wir Sie unter anderem ganz herzlich dazu ein, das Lesestart-Austauschtreffen im Rahmen des Bibliothekartags zu besuchen und der Mediziner, Komiker und Buchautor Dr. Eckhart von Hirschhausen verrät Ihnen, weshalb er das Vorlesen so schätzt.

Viel Spaß beim Lesen wünscht Ihnen
Ihr Lesestart-Team

 
 
 
     
 

  Aktuelles  
 
 
 
 
© Stiftung Lesen/BMBF
 
Lesestart auf dem Bremer Bibliothekartag

Lesestart ist in diesem Jahr auf dem 103. Bremer Bibliothekartag zu Gast! Am 05. Juni von 9:30 bis 12:00 Uhr findet in der Zentralbibliothek der Stadtbibliothek Bremen die Veranstaltung Lesestart im Dialog - Eine Austauschbörse für Bibliotheken zum bundesweiten Lesestart-Programm statt. Das Lesestart-Team und unser lebensgroßes Lesestart-Känguru freuen sich auf einen anregenden Austausch mit und unter Bibliothekskollegen. Eine Anmeldung ist nicht nötig, kommen Sie einfach vorbei! Wir freuen uns sehr auf Sie! Weitere Informationen finden Sie hier.
 
 
     
 
 
© Stiftung Lesen/BMBF
 
Lesestart-Werbemittel im ekz-Shop für Bibliotheken

Zur besseren Sichtbarkeit und Wiedererkennung von Lesestart in Ihrer Bibliothek stehen Ihnen Tischaufsteller, Wandtattoos und Lesestart-Aufkleber als Werbemittel im ekz-Shop zum Kauf zur Verfügung. Die Werbe-Materialien und alle Informationen zum Erwerb finden Sie im ekz-E-Shop für Bibliothekszubehör.
 
 
     
 

  5ünf Fragen an ...  
 
 
 
 
© A. Pulm
 
…Andrea Pulm,
ehrenamtliche Mitarbeiterin der KöB Köln-Niehl
 
 
 
 
  1. Was für eine Bibliothek ist die KöB Köln-Niehl und wer besucht Ihre Bibliothek?
Wir sind eine Katholische öffentliche Bücherei und mit etwa 5000 Medien relativ klein. Dafür bestehen wir aber schon ziemlich lange; in den 1950er Jahren hat alles angefangen.
In erster Linie kommen junge Familien zu uns. Wir haben – auch durch unsere eigenen Kinder – einen sehr guten Kontakt zu den Kindergärten und Grundschulen in Niehl. Deswegen ist auch unsere Bibliothek stark auf die Familien konzentriert. Zudem finden einige Senioren, viele auch schon seit langen Jahren und vor allem durch die Gemeinde, den Weg zu uns. Es gibt auch relativ viel Laufkundschaft, die einfach mal reinschaut. Außerdem liegen wir in der direkten Nachbarschaft eines Krankenhauses, aus dem uns einige längerfristige Patienten gerne besuchen. In dieses Krankenhaus gehen wir auch regelmäßig und bieten dort unsere mobile Buch-Ausleihe an. Nicht jeder Leser kann schließlich zu Fuß zu uns kommen.
Unser Bestand ist aber nicht spezialisiert, wir haben genauso viele Bücher für Erwachsene wie für Kinder.
 
2. Was sind Ihre Vor- und Nachteile im Vergleich zu einer hauptamtlichen Bibliothek?
In erster Linie ist unsere Bücherei natürlich kleiner. Gerade im Vergleich zur Stadtbibliothek Köln, die auch sehr viele Stadtteilbibliotheken hat. Die nächste Stadtteilbibliothek ist in Nippes, etwa 10 Minuten von uns entfernt und dementsprechend auch für unsere Leser ganz gut erreichbar. Dort gibt es natürlich auch eine wesentlich größere Auswahl. Der große Vorteil von uns ist dagegen, dass wir ein richtiger Treffpunkt sein können, vor allem für Mütter. Das ist fast schon eine kleine Krabbelgruppe, die bei uns stattfindet. Die Kinder sind damit beschäftigt in den Büchern zu kramen, die Mütter halten ihr Schwätzchen und wir bieten Tee und Kaffee an. Bei dieser Gruppe handelte es sich zum Beispiel um eine, auf die wir mit dem Lesestart-Set ganz toll zugehen konnten.
Der zweite Vorteil ist, dass die Ausleihe bei uns für jeden, auch für Erwachsene, kostenlos ist. Auch das Mahnen nehmen wir nicht ganz so ernst wie es etwa eine Stadtbibliothek tun muss.
Als letztes können wir auch individuell auf Wünsche eingehen. Wenn etwa ein regelmäßiger Leser fragt, weshalb uns ein bestimmtes Buch fehlt oder wir von einem konkreten Autor nichts haben, berücksichtigen wird das bei der nächsten Bestellung.
 
3. KöB steht für Katholisch Öffentliche Bücherei. Welche Rolle spielt der Glauben in Ihrer Bibliotheksarbeit?
KöBs sind vor allem öffentliche Büchereien. Jeder ist willkommen. Wir legen sehr viel Wert darauf, dass die Betonung nicht auf katholisch, sondern auf öffentlich liegt. Wir haben auch Mitarbeiter, die nicht der katholischen Kirche angehören. Und natürlich freuen wir uns über jeden Besucher, der bei uns reinschnuppert, egal welcher Konfession oder Nationalität. Auch auf unsere Buchauswahl nimmt die Kirche keinen Einfluss. Wir versuchen alles anzubieten, so dass für jeden etwas dabei ist oder sein könnte.
 
4. Warum machen Sie bei „Lesestart“ mit?
Wir haben das sofort für super befunden. Erstens kostet es nichts! Das Bezahlsystem in der Kirche ist ziemlich aufwändig. Und Lesestart konnte so ganz schnell eingeführt werden. Aber es gefällt uns auch inhaltlich und von der Umsetzung sehr gut, die Broschüren sind toll aufbereitet und wir sind sehr froh, dass es so gut läuft.
Viele, die ein Set bekommen, sind Geschwisterkinder unserer Erstlesekinder. Aber es hat auch schon ein paar mit Gutscheinen gegeben und es sind auch schon ganze Kindergartengruppen zu uns gekommen. Allen, die zu uns gekommen sind, um eine Tasche zu bekommen, haben wir natürlich angeboten, das gesamte Angebot der Bücherei zu nutzen. Am ersten Tag haben wir dadurch direkt vier neue Leser gewonnen. Im März hatten wir dann eine Veranstaltung im Rahmen frühkindlicher Leseförderung in unserer Bibliothek bei der wir unsere letzten Sets schon ausgeben konnten. Aber wir freuen uns schon darauf, dass es im Herbst eine neue Lieferung gibt und es weitergehen kann!
 
5. Was müssen Eltern tun, damit sie ein Lesestart-Set bei Ihnen erhalten können?
Sie müssen einfach zu uns kommen. Und zwar gemeinsam mit dem Kind. Nicht so recht ist es uns, wenn der Opa kommt und sagt: „Ich hab da eine Enkeltochter, die ist drei Jahre alt, aber ihr lese ich nur zu Hause vor …“ Es ist uns schon lieb, wenn er sie mitbringt, damit sie sieht, wo man Bücher ausleihen kann. Dann sagt sie beim nächsten Mal vielleicht: „Opa, gehen wir da nochmal hin?“
 
 
 
     
 

  Lesestart-Botschafter  
 
 
 
 
© Frank Eidel
 
„Aus der eigenen Familie weiß ich, dass Bildung glücklich macht und Chancen eröffnet. Mir wurde früher vorgelesen und das wünsche ich heute jedem Kind. Gute Geschichten begleiten einen ein Leben lang und machen die Seele stark, gerade in schwierigen Zeiten.“
 
Dr. Eckart von Hirschhausen, Komiker, Arzt, Autor und Moderator

 
 
 
     
 

  Über den
Tellerrand
 
 
 
 
 
© Stiftung Lesen
 
Der Deutsche Lesepreis 2014

Mit dem Deutschen Lesepreis werden innovative und nachhaltige Ideen und Initiativen zur Leseförderung ausgezeichnet. Ziel der Initiatoren ist es, Impulse in der Leseförderung zu setzen, neuen Ideen zur Verwirklichung zu verhelfen und bestehendes Engagement für das Lesen zu würdigen und zu fördern.
Es werden Preise in folgenden Kategorien vergeben:
  • Ideen für morgen
  • Herausragendes individuelles Engagement
  • Herausragendes kommunales Engagement
  • Wissenschaftspreis
Unter www.deutscher-lesepreis.de finden Sie ausführliche Informationen.
 
 
     
 
 
 
 
  Kennen Sie schon den neuen Best-Practice-Bereich für Bibliotheken auf www.lesestart.de?
Schauen Sie einfach mal rein, lassen Sie sich inspirieren und teilen Sie Ihren Bibliothekskolleginnen und -kollegen online mit, wie Sie Lesestart in Ihrer Bibliothek erfolgreich umsetzen!
 
 
 
 
 
 
 
  Stiftung Lesen
Römerwall 40
DE - 55131 Mainz
Telefon: 06131 28890-0
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  Redaktion:
Cornelia Theisen
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Sabine Bonewitz (Leiterin Programmbereich Familie)

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